Expressives Portrait einer Frau mit Zigarette

Künstler

Porträt Charlotte Wohlmuth (1880–1942)
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o.D.
Ehmsen, Heinrich
1886
Kiel (DEU)
-
1964
Berlin (DEU)
Heinrich Ehmsen, Sohn des Korbmachermeisters Heinrich Ehmsen und seiner Ehefrau Magdalena, geborene Eggers, wurde am 9. August 1886 in Kiel geboren und wuchs mit sieben Geschwistern in einer Großfamilie auf. Sein Vater zog 1927 zu seiner Tochter Dora, die Eltern lebten getrennt. Erste künstlerische Erfahrungen sammelte Heinrich Ehmsen 1902 im Atelier seines Onkels. 1906 zog er nach Düsseldorf, wo er bei Peter Behrens seine künstlerische Ausbildung zum Dekorationsmaler erhielt. In Paris besuchte Ehmsen 1910/1911 die Académie Colarossi und verkehrte mit Gleichgesinnten im berühmten Café du Dôme. So lernte er auch den Künstler Karl Hofer kennen, der ab 1945 Direktor der Berliner Hochschule für die bildenden Künste wurde. 1911/1922 zog Ehmsen als etablierter Künstler nach München und zeichnete Karikaturen. Während des Ersten Weltkriegs fertigte er als Soldat Skizzen im französischen Verdun an. Seine Ehefrau Hermine Ehmsen, geborene Schneid, die er 1915 heiratete und die ebenfalls akademische Malerin war, wandte sich mit einem Brief an Bruno Paul, den Direktor der Kunstgewerbeschule Berlin, und bat um eine Freistellung ihres Mannes vom Frontdienst. Aus dem Militärdienst wurde Ehmsen jedoch erst 1919, nach Kriegsende, offiziell entlassen. Hermine Ehmsen floh als Jüdin nach dem „Anschluss“ aus Wien nach Schweden, wo sie bereits 1949 verstarb. In den 1920er-Jahren veränderte sich auch Ehmsens Privatleben. 1924 lernte er seine spätere Lebensgefährtin Elisabeth Bertram, geborene Conradi, kennen. In den beginnenden 1930er-Jahren engagierte sich Ehmsen politisch und wurde Mitglied des kommunistischen Kampfkomitees der Künstler und Geistesarbeiter, das die Kommunistische Partei Deutschlands (KPD) unterstützte. Diese Beteiligung blieb nicht unbemerkt: Einerseits wurden seine Werke von sowjetischen Museen angekauft, andererseits wurden seine Kunstwerke von der nationalsozialistischen Zeitung „Völkischer Beobachter“ diffamiert. 1932 wurden seine Werke in Moskau ausgestellt. Im Zuge dessen reiste Ehmsen mehrere Monate durch die Sowjetunion, gefördert vom Kulturinstitut der Roten Armee. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland wurde Ehmsen wegen „Verrats militärischer Geheimnisse“ verhaftet. Ab 1930 lebten Heinrich und Hermine getrennt; der Sohn lebte in Wien bei seiner Mutter. Ab 1939 war Heinrich Ehmsen Mitglied der Reichskulturkammer und wurde zwischen 1940 und 1942 als Mitglied der Propagandastaffel im besetzten Paris eingesetzt. Anschließend wurde er an der Ostfront stationiert. Da sein Berliner Atelier 1945 von Bomben getroffen wurde und ausbrannte, gingen auch eine Vielzahl von Kunstwerken unwiederbringlich verloren. Nach dem Zweiten Weltkrieg kehrte Ehmsen nach Deutschland zurück und wurde stellvertretender Direktor der Hochschule für Bildende Künste in Berlin-Charlottenburg. Er lernte den Künstler Wolfgang Frankenstein kennen, der ebenfalls Teil der Sammlung Böhme ist. Weiterführende Informationen finden Sie in unserem Sammlungskatalog „Wir werden euch nicht Vergessen. Die Verlorene Generation. Ihre Kunst. Ihre Geschichten“. Dieser ist HIER erhältlich.
Werke

Porträt Charlotte Wohlmuth (1880–1942)
Öl auf Leinwand
75 × 56 cm