Expressives Portrait einer Frau mit Zigarette

Künstler

Der Maler und sein Modell
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1967
Frankenstein, Wolfgang
1918
Berlin (DEU)
-
2010
Berlin (DEU)
Wolfgang Frankenstein wurde am 5. Mai 1918 in Berlin geboren. Der Vater besaß vor Ausbruch des Ersten Weltkrieges ein Konfektionsgeschäft. Bei Kriegsende verwirklichte er jedoch einen Traum und gründete die Zeitschrift „Berlin – die Fremdstadt“. Leider scheiterte das Vorhaben an der Inflation, und auch ein Folgemagazin überlebte nur kurz. Die Mutter von Wolfgang Frankenstein hingegen war Maschinennäherin und hatte ein künstlerisches Gespür. Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 war auch die Familie Frankenstein aufgrund ihrer jüdischen Herkunft rassistischer Diskriminierung ausgesetzt. Als Oberschüler erhielt Frankenstein Zeichenunterricht, wobei der Lehrer den Mut hatte, den Schülern die verfemten Künstler vorzustellen. Künstler wie Ernst Nolde, George Grosz oder Franz Marc prägten seine künstlerische Auffassung. Nach seinem Abitur 1937 plante Frankenstein ein Kunststudium, was jedoch zu diesem Zeitpunkt nicht mehr möglich war. Als Alternative begann er daher zunächst ein Volontariat in einem Berliner Atelier für Gebrauchsgrafik. Zwei Jahre darauf, 1939, wurde er zum Wehrdienst eingezogen und gelangte nach Straßburg, Nancy und in die Vogesen. Bald darauf wurde er als Halbjude für „wehrunwürdig“ erklärt und aus dem Militärdienst entlassen. Als Schüler von Max Kaus besuchte er zwei Semester lang die Berliner Kunsthochschule, bis zur Verhaftung seiner Eltern. Die Mutter verbreitete „antinationalsozialistische Propaganda“ und wurde in das Frauengefängnis Barnimstraße gesperrt, während der Vater in das Konzentrationslager Sachsenhausen interniert wurde. Frankenstein unterlag dem Ausstellungsverbot und simulierte notgedrungen eine Geisteskrankheit. Daraufhin wurde er in eine Berliner „Irrenanstalt“ eingewiesen, wo man ihn mit Elektroschocks sowie Insulininjektionen behandelte. Dank eines kunstsinnigen Arztes entkam er der Einweisung in die für Euthanasieverbrechen bekannte Anstalt Wittenau. Nach seiner Entlassung aus der Klinik Berlin-Nikolassee im April 1945 zeichnete Frankenstein seine Erinnerungen auf. Gemeinsam mit anderen Künstlern der DDR ist auch Frankenstein interessiert an einem frischen demokratischen Neuanfang. Er lernt den Künstler Heinrich Ehmsen kennen, den seit 1945 stellvertretenden Direktor der Hochschule für bildende Künste in Westberlin. In dessen Berliner Atelier arbeitete Frankenstein, vermutlich entstand dort auch 1967 das in der Sammlung Böhme befindliche Gemälde „Der Maler und sein Modell“. Weiterführende Informationen finden Sie in unserem Sammlungskatalog „Wir werden euch nicht Vergessen. Die Verlorene Generation. Ihre Kunst. Ihre Geschichten“. Dieser ist HIER erhältlich.
Werke

Der Maler und sein Modell
Öl auf Leinwand
37 × 27 cm