Herbert Behrens – Hangeler

1898 Berlin – 1981 Fredersdorf

Herbert Behrens – Hangeler wird als Sohn des nationalkonservativen Reichstagsabgeordneten Fritz Behrens geboren, sein Bruder ist der expressionistische Dichters Franz Richard Behrens. Von 1913 bis 1916 besucht er das Lehrerseminar in Essen. Es folgen dadaistisch inspirierte Gedichte und Film-Manuskripte. Nach dem ersten Weltkrieg gründet er 1920 mit Malerfreunden die Künstlergruppe „Der Wurf“ und die Zeitschrift „Das erste Grün“. Um sich vom Vater und Bruder zu distanzieren nennt er sich Behrens – Hangeler.

1921 studiert Herbert Behrens-Hangeler Malerei bei Lovis Corinth und Hans Baluschek, gleichzeitig auch Musik bei Ferruccio Busoni. Er gehört zum Sturmkreis, eine expressionistische, avantgardistische Zeitschrift, die im Jahr 1910 von Herwarth Walden gegründet wurde. 

1921-1933 ist er Mitglied der revolutionären Novembergruppe Berlin, die nach dem ersten Weltkrieg die künstlerische Avantgarde in Deutschland vereint. Er arbeitet auch als Journalist für die „Tägliche Rundschau“ der Deutschen Volkspartei (DVP). In weiterer Folge nimmt an Ausstellungen in Bielefeld, Moskau und an den Großen Berliner Kunstausstellungen teil und ist Mitglied der Jury.

Die abstrakte und vom Expressionismus bestimmte Kunst und der Kubismus üben auf ihn eine große Faszination aus. 

1932 gründet er mit Lyonel Feininger und Karl Hofer die Gruppe Selection. Im Dritten Reich wird er als „entartet“ gebrandmarkt, somit ist ein öffentliches Arbeiten nicht mehr möglich.  Insbesondere durch die Denunziation des Malers Wolfgang Willrich, einen fanatischen Anhänger der nationalsozialistischen Kunstpolitik, wird man auf ihn aufmerksam. Er arbeitet danach in der Filmindustrie als Regisseur und Kameramann.

Nach 1945 beschäftigt er sich mit experimenteller Fotografie. Anfeindungen wegen „formalistischer“ Kunst 1951 durch den Hohen Kommissar der UdSSR Semjonow, treiben ihn in die innere Emigration. Ihm und anderen Künstlern wird vorgeworfen „die bildende Kunst ihrer hohen ideellen und gesellschaftlichen Bedeutung zu berauben und sie in den Sumpf der Ideenlosigkeit, der Mystik und der Banalität hinabzuzerren“ (G. Feist).

Er beteiligt sich nicht mehr an Ausstellungen. Herbert Behrens – Hangeler unterrichtet Farblehre und Maltechnik an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee. Sein bekanntester Schüler ist Georg Baselitz.