Karl Tratt

1903 Frankfurt a. Main – 1937 Frankfurt a. Main

Karl Tratt ist gelernter Weißbinder als er 1924 in die Kunstgewerbeschule Frankfurt in die Meisterklasse von Johann Vinzenz Cissarz eintritt. Ab 1926 besucht er die Klasse Max Beckmanns an der Städelschule in Frankfurt. In der „2.Ausstellung der Kunstschule der Stadt Frankfurt“ im Kunstverein tritt Karl Tratt 1927 erstmals als Beckmannklasse auf. Weitere Ausstellungen folgen 1930 in der Kunsthandlung Prestel in Frankfurt, 1931 nimmt er an der Ausstellung der Berliner Sezession teil. Danach folgen die Ausstellungen 1932 Prestel, Frankfurt, 1933 Frankfurter Kunstverein „Das junge Frankfurt“, 1934 Frankfurter Kunstverein, „Frankfurter Landschaftsmaler der Gegenwart“. Bereits im Jahr 1933 muss sich der damalige Direktor der Städelschule, Prof. Wichert, gegen die Vorwürfe des Kampfbundes für Deutsche Kultur (KFDK) hinsichtlich der Ziele der Malschule wehren. Am 31.März 1933 wird der Dienstvertrag Max Beckmanns gekündigt. Ein ungestörtes künstlerisches Schaffen ist danach für die Beckmann-Schüler nicht mehr möglich. Karl Tratt erkrankt an Lungentuberkulose. Anlässlich seines Sanatoriumsaufenthaltes in Davos 1935/36 besucht er Ernst Ludwig Kirchner. 

Tratt stirbt 1937 einen Tag nach seinem 37. Geburtstag. Walter Hergenhahn schreibt an diesem Tag an Marie Louise von Motesiczky, dass „K.T. nach einer plötzlich infolge Baucharterienbruchs notwendig gewordenen Operation“ gestorben ist. 

Im gleichen Jahr werden die „Amts-und Diensträume in Frankfurt von ungeliebten Machwerken Verfallskunst gereinigt“. Museen seien nur für die Erziehung des Volkes da – und nicht für Kunsthistoriker. Entfernt werden mussten vor allem „Epigonen“ des Verfalls. Dieser „Reinigung“ ist vermutlich auch Tratts Ölbild „Zigeunerjunge“ aus dem Jahre 1929 zum Opfer gefallen.